Montag, 25. Januar 2010

Mahara revisited

Ich habe schon im Dezember über Mahara geschrieben. Der Arbeitsauftrag seinerzeit war, sich die Plattform mal anzusehen, herumzuspielen und ein paar Dinge auszuprobieren. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Das lag wahrscheinlich daran, dass Mahara ein zielgerichtetes Werkzeug ist - ohne Inhalt, kein Sinn. Mit dem jüngsten Arbeitsauftrag habe ich mich daran gemacht, ein Bewerbungs-Portfolio zu erstellen...



Je länger ich an meinem Portfolio gearbeitet habe, umso mehr Spaß hat mir die Übung gemacht und desto mehr Sinn habe ich in Mahara gesehen. Das Kern-Feature des Webdienstes ist mit Sicherheit das Baukastenprinzip: Habe ich mir einmal einen Lebenslauf angelegt, kann ich ihn immer in eine Seite einbauen. Dasselbe gilt für Textelemente, Dateien und dem Mahara-eigenen Blog (den ich noch nicht erprobt habe). Der Editor für die Seitengestaltung ist sehr leicht zu verstehen, eigene Ansichten sind schnell erstellt.

Natürlich ist Mahara nicht für Bewerbungen allein konzipiert. Ob Kendo in Salzburg oder die Salinenmusikkapelle Bad Ischl, das Kernziel ist immer die Präsentation. Dafür bieten sich Hobbys an, der eigene Fußballverein, eine Dokumentation über eine Arbeit etc. Vor allem dann, wenn es sich nicht lohnt, dem Thema eine eigene Webseite zu widmen oder wenn man kontrollieren möchte, wer die Seite sehen kann, ist Mahara ein nützliches Tool.

Vom Allgemeinen noch einmal ins Spezielle: Was ich an Mahara gut finde...
  • Einzelne Textbausteine, wie Lebenslauf, Interessen, Qualifikationen etc. lassen sich, einmal eingegeben, immer wieder in eine Ansicht einbauen. Wer viele Bewerbungsportfolios gestaltet, spart so Zeit und Arbeit.
  • Die Bedienung ist kinderleicht und lässt doch viel Raum zur eigenen Gestaltung. So findet man sich leicht zurecht und hat doch die Möglichkeit, die Bausteine individuell anzupassen.
  • Das Erscheinungsbild ist seriös: Wer schon vor 2.0 im Web unterwegs war, erinnert sich vielleicht mit Grauen an quietschbunte Augenkrebsverursacher, auch bekannt als "private Homepage" vieler Leute. Mahara dagegen sieht schon gut aus, viel kann hier niemand verkehrt machen.
Kein Lob ohne konstruktive Kritik: Was ich an Mahara bemängle..
  • Man hat kaum Möglichkeiten, Inhalte von anderen Seiten einzubinden. Gerne würde ich meinen Flickr-Photostream einbinden - ansehlich geht das nicht. Nicht sehr 2.0...
  • Es gibt zwar eine Möglichkeit abonnierte Feeds anzeigen zu lassen, aber gut sieht auch das nicht aus. Außerdem habe ich das Problem, dass die Feed-Links auf den Atom-Feed meines Blogs, nicht aber auf den Blog selbst verweisen (Tipps zur Problemlösung erwünscht)
  • Wenig Anpassungsmöglichkeiten bei der Erscheinung. Ja, das habe ich wenige Zeilen vorher als Pluspunkt genannt. Doch wenn ich mich präsentiere, dann will ich auch das Erscheinungsbild wählen können.
 Genug geschimpft: Was Mahara also besser machen könnte...
  • Mehr Möglichkeiten, Feed-Inhalte zu importieren. Netvibes bietet z.B. unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten für einen Feed: Darstellung als Gallerie, als ansprechenden Teaser (kleines Bild, überschrift, Text-Teaser) und noch weitere.
  • Mehr Anpassungsmöglichkeiten des Designs, ohne dabei dem schlechten Geschmack Tür und Tor zu öffnen. Ein paar ansprechende, seriöse Templates (z.B. hell, dunkel, Themen wie Farben oder Natur/Stadt/Uni/etc.) mit geringfügigen Änderungsmöglichkeiten (z.B. austauschbare Headergrafik) würden schon reichen. Jeder Blogdienst bietet das an, warum nicht auch Mahara?
Alles in Allem halte ich Mahara doch für ein sehr mächtiges Tool, mit dem man eigene Arbeiten, Themengebiete oder sich selbst präsentieren kann. Das Baukastenprinzip und die leichte Bedienung haben mich überzeugt. Als größtes Manko will ich die langweilige Feed-Darstellung nennen - hier muss etwas passieren oder ich muss mir was einfallen lassen. Vergangene Woche habe ich den Link zu meinem Bewerbungs-Portfolio einem wirklichen Bewerbungsschreiben beigelegt. Auf das Feedback bin ich wirklich gespannt.







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